Matratze reinigen: Flecken & Gerüche entfernen

Eine Matratze ist im Dauereinsatz, Nacht für Nacht. In ihr sammeln sich Schweiß, abgestorbene Hautschüppchen, Staub und ab und zu handfeste Flecken. Anders als die Bettwäsche lässt sich eine Matratze aber nicht einfach in die Waschmaschine stecken. Beim Reinigen der Matratze werden deshalb Flecken gezielt behandelt und Gerüche neutralisiert. Der Kern darf nicht durchnässen.
Unser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie sich eine Matratze sauber machen lässt. Das reicht von der Grundreinigung über Urin-, Blut- und Schweißflecken bis zu Schimmel und Geruch. Dazu kommen die Besonderheiten je nach Matratzentyp und die Pflege des Toppers. Zuletzt zeigt sich, wie der richtige Schutz den Aufwand klein hält.
Das Wichtigste in Kürze
- Frische Flecken sofort behandeln, nie mit viel Wasser
- Blut und Urin immer mit kaltem Wasser lösen
- Schimmel tief im Kern: Matratze entsorgen
- Vorbeugen schlägt Schrubben: waschbarer Schoner
Warum die Matratze reinigen?
Pro Nacht verliert der Körper bis zu einem halben Liter Flüssigkeit, dazu kommen abgestorbene Hautschüppchen und Staub. Vieles davon landet in der Matratze. Mit der Zeit entsteht so ein idealer Lebensraum für Hausstaubmilben, die sich von Hautschuppen ernähren. Eine gepflegte Matratze ist deshalb vor allem eine Frage der Hygiene und eines gesunden Schlafklimas.
Wie oft das nötig ist, hängt vom Gebrauch ab. Alle paar Monate wird abgesaugt, ein- bis zweimal im Jahr gründlich gesäubert. Am besten passt das zum Wenden der Matratze. Flecken werden dagegen immer sofort behandelt, denn frisch lassen sie sich leichter entfernen als eingetrocknet.
Grundreinigung: absaugen und lüften
Vor jeder gründlichen Behandlung steht die trockene Grundreinigung. Sie entfernt den Großteil von Staub, Hautschuppen und Milbenresten und kommt ohne Feuchtigkeit aus.
- Bezug abziehen: falls abnehmbar, bei 60 °C waschen
- Absaugen: beide Seiten und Nähte mit der Polsterdüse
- Lüften: regelmäßig an frischer Luft auslüften
- Wenden: alle paar Monate drehen und wenden
Dieses Absaugen sollte zur Routine gehören. Es hält die Matratze sauber und ist die Basis, auf der jede weitere Behandlung aufbaut.
Flecken aus der Matratze entfernen
Beim Entfernen von Flecken aus der Matratze kommt so wenig Flüssigkeit wie möglich zum Einsatz. Flecken werden von außen nach innen betupft, nie gerieben. Sonst werden sie größer und dringen tiefer ein. Eiweißhaltige Flecken wie Blut und Urin werden immer mit kaltem Wasser behandelt. Wärme lässt das Eiweiß gerinnen und fixiert den Fleck dauerhaft.
Welches Hausmittel zu welchem Fleck passt, zeigt die folgende Übersicht:
| Fleckenart | Hausmittel | Vorgehen |
|---|---|---|
| Urin | Natron, Enzymreiniger | Kalt betupfen, Natron, absaugen |
| Blut | Kaltes Wasser, Salz/Natron | Kalt, Paste auftragen, abbürsten |
| Schweiß, gelb | Natron, Essig | Auftragen, einwirken, absaugen |
| Allgemeine Flecken | Mildes Waschmittel | Betupfen, nachwischen, trocknen |
Urin aus der Matratze entfernen
Bei Urin zählt vor allem Tempo, denn je frischer der Fleck, desto leichter die Reinigung. So geht man am besten vor:
- Aufsaugen: Flüssigkeit sofort abtupfen, nicht reiben
- Kaltes Wasser: nachtupfen, nie warmes Wasser
- Natron: die feuchte Stelle großzügig bedecken
- Einwirken: einige Stunden, bei starken Flecken über Nacht
- Absaugen: getrocknetes Natron restlos aufsaugen
Bei bereits getrocknetem Urin reicht Natron allein oft nicht. Dann hilft ein Enzymreiniger aus dem Drogeriemarkt. Der Reiniger wird aufgesprüht, wirkt kurz ein und wird dann abgetupft. Seine Enzyme spalten die Harnbestandteile auf. Deshalb wirkt er auch gegen den typischen Uringeruch, wo Natron an seine Grenzen stößt. Alte Urinflecken brauchen meist zwei bis drei Durchgänge, bis sie sichtbar verblassen.
Bleibt nach dem Trocknen ein Uringeruch zurück, die Natron-Behandlung wiederholen und die Matratze gut durchlüften. Vollständig verschwindet hartnäckiger Uringeruch nur mit einem Enzymreiniger, weil er die Geruchsquelle abbaut, statt sie zu überdecken.
Blut aus der Matratze entfernen
Bei Blut zählt nur kaltes Wasser. Warmes Wasser lässt das Eiweiß im Blut gerinnen und macht den Fleck unlösbar. Frisches Blut mit einem kalten, feuchten Tuch abtupfen. Bei getrocknetem Blut hilft eine Paste aus Natron oder Salz und kaltem Wasser. Die Paste trocknet an und wird anschließend abgebürstet. Für sehr hartnäckige Blutflecken eignet sich verdünnte Wasserstoffperoxid-Lösung (3 %), sparsam und nur auf hellen Bezügen.
Schweiß und gelbe Flecken
Gelbe Flecken auf der Matratze sind fast immer eingetrockneter Schweiß oder alter Urin. Diese Eiweißflecken oxidieren mit der Zeit und verfärben sich gelblich. Frische Schweißflecken behandelt man genauso. Das Vorgehen ähnelt dem bei Urin. Worauf es ankommt:
Richtig
- Natron-Paste auftragen und antrocknen lassen
- Mit verdünntem Essig nacharbeiten
- Bei alten Flecken mehrmals wiederholen
- Den Fleck danach gut durchtrocknen
Vermeiden
- Warmes Wasser, es fixiert Eiweißflecken
- Kräftig schrubben, das treibt den Fleck tiefer
- Bleiche auf farbigen Bezügen
- Den Fleck nass liegen lassen
Ältere, tief eingezogene gelbe Flecken verblassen meist nur, statt vollständig zu verschwinden. Hausmittel arbeiten an der Oberfläche, nicht im Kern. Deshalb lohnt es sich, Schweiß und Feuchtigkeit gar nicht erst in die Matratze gelangen zu lassen.
Hausmittel und Methoden
Die meisten Matratzen lassen sich mit einfachen Hausmitteln reinigen, allen voran mit Natron. Teure Spezialmittel sind selten nötig. Ein Überblick, was wann hilft:
- Natron: aufstreuen, einwirken lassen, absaugen
- Backpulver: wirkt wie Natron, da es Natron enthält
- Essig: verdünnt gegen Gerüche, sparsam dosieren
- Enzymreiniger: löst Eiweißflecken wie Urin und Blut
- Dampfreiniger: nur kurz, nicht bei Schaum/Visco/Latex
- Geräte: Polsterreiniger, Waschsauger, Matratzenreiniger
Zum Desinfizieren der Matratze helfen ein Bezug bei 60 °C, kurzes Abdampfen oder ein Hygienespray. Auch Sonnenlicht wirkt durch seine UV-Strahlung keimreduzierend. Wer den Aufwand scheut oder einen hartnäckigen Fall hat, kann die Matratze professionell reinigen lassen. Eine solche Profi-Reinigung lohnt sich vor allem bei großflächigen oder alten Verschmutzungen.
Atmungsaktiver Schutz von DORMISETTE
Zwei waschbare Schoner ohne Wasserschutz, die Schweiß und Schmutz aufnehmen, bevor sie in die Matratze ziehen:
- Stretch-Molton Matratzenschoner: elastisch, bis 60 °C
- Zwirn-Calmuc Matratzenschoner: robuste Baumwolle, bis 95 °C
Gerüche aus der Matratze entfernen
Riecht die Matratze muffig oder stinkt sie regelrecht, steckt fast immer Feuchtigkeit dahinter. Das beste Mittel ist auch hier Natron, weil es Geruchsmoleküle bindet. Das Pulver wird großzügig aufgestreut, wirkt über Nacht ein und wird dann abgesaugt. Geht es konkret um Uringeruch, wirkt der Enzymreiniger aus dem Urin-Abschnitt am besten.
Riecht eine neue Matratze anfangs, ist das meist harmlos. Frische Schaumstoffe gasen in den ersten Tagen leicht aus. Der Geruch ist in der Regel unbedenklich und nicht giftig. Nach einigen Tagen gründlichen Lüftens verfliegt er. Auch ein strenger Schweißgeruch lässt sich mit Natron und regelmäßigem Auslüften gut in den Griff bekommen.
Schimmel auf der Matratze
Schimmel auf der Matratze zeigt sich als dunkle oder schwarze Punkte und durch einen muffigen Geruch. Manchmal kündigt er sich vorab durch bräunliche Stockflecken an. Ursache ist fast immer Feuchtigkeit, die sich unter der Matratze staut. Typisch ist das bei schlechter Belüftung oder einem Bett ohne Luftzirkulation.
Ist Schimmel auf der Matratze gefährlich? Schimmelsporen können die Atemwege reizen und Allergien begünstigen. Ein Schimmelbefall verdient deshalb Aufmerksamkeit. Kleine, oberflächliche Stellen lassen sich vorsichtig mit hochprozentigem Alkohol (etwa 70 %) abtupfen und so entfernen. Danach die Matratze sehr gut durchtrocknen lassen.
Sitzt der Schimmel tief im Kern oder kehrt immer wieder, gehört die Matratze in die Entsorgung. Die Gesundheit geht hier vor. Vorbeugen lässt sich Schimmel mit einem luftdurchlässigen Lattenrost, einer Noppen-Unterlage zwischen Lattenrost und Matratze sowie regelmäßigem Lüften.
Je nach Matratzentyp reinigen
Nicht jede Matratze verträgt dieselbe Behandlung. Entscheidend ist der Umgang mit Nässe und Hitze. Die folgende Übersicht zeigt, was je nach Matratzentyp zu beachten ist.
| Matratzentyp | Methode | Besonderheit |
|---|---|---|
| Federkern | Absaugen, punktuell feucht | Federn rosten sonst |
| Kaltschaum, Schaumstoff | Leicht feucht abtupfen | Sehr gut trocknen |
| Visco | Nur trocken oder leicht feucht | Keine Hitze, kein Dampf |
| Latex | Trocken absaugen | Nässe und Hitze meiden |
| Gel | Leicht feucht abtupfen | Gut durchtrocknen |
Richtwerte. Im Zweifel gilt immer die Herstellerangabe der Matratze.
Federkernmatratzen dürfen nie durchnässen, weil die Federn im Inneren sonst rosten. Eine Schaumstoffmatratze braucht vor allem Geduld beim Trocknen. Das Material speichert Feuchtigkeit und neigt sonst zu Schimmel, bei Kaltschaum ebenso. Visco- und Latexkerne reagieren empfindlich auf Hitze und Feuchtigkeit, hier sind ein Dampfreiniger und nasse Methoden tabu. Ein Boxspringbett wird vor allem trocken gereinigt. Dazu wird abgesaugt, der Topper abgenommen und sein Bezug separat gewaschen.
Topper reinigen und waschen
Beim Topper ist vieles einfacher als bei der Matratze, denn der Bezug lässt sich meist abnehmen. Kann man einen Topper waschen? In der Regel ja, zumindest den Bezug. Dieser hat häufig einen Reißverschluss und darf laut Pflegeetikett bei 30 bis 60 °C in die Maschine. Beim Programm empfiehlt sich Fein- oder Schonwäsche mit wenig Schleudern. Den Topper-Bezug zu waschen gehört damit zur einfachsten Übung im Schlafzimmer.
Der Topper-Kern, meist aus Schaum, Visco oder Gel, gehört dagegen nicht in die Waschmaschine. Er wird wie eine Matratze abgesaugt, punktuell von Flecken befreit und gut getrocknet. Ist der Topper-Bezug zu groß für die heimische Waschmaschine, hilft der Waschsalon mit Großmaschine. Alternativ wird er von Hand in der Badewanne gewaschen.
Vorbeugen: der richtige Matratzenschutz
Was einmal tief in die Matratze eingezogen ist, lässt sich kaum je wieder vollständig entfernen. Jede Behandlung hat ihre Grenzen. Wer sich späteres Schrubben ersparen will, schützt die Matratze von vornherein.
Sinnvoll ist vor allem ein waschbarer Schoner, der die gesamte Liegefläche bedeckt. Der Schoner lässt sich mit der Bettwäsche waschen. Ist ein Matratzenschoner sinnvoll? Eindeutig ja, denn er fängt Schweiß, Hautschuppen und Missgeschicke ab, bevor sie die Matratze erreichen.
Wie oft sollte man einen Matratzenschoner waschen? Am besten alle paar Wochen gemeinsam mit der Bettwäsche, bei Allergien oder starkem Schwitzen häufiger. Kann man einen Matratzenschoner waschen? Ja, die meisten vertragen 60 °C in der Maschine. Bei dieser Temperatur sterben Hausstaubmilben ab. Wie oft der Matratzenbezug gewaschen wird, hängt vom Bedarf ab. Wie sich Bezüge und Wäsche je nach Material richtig pflegen lassen, zeigt unser Ratgeber zum Bettwäsche-Waschen. Für empfindliche Schläfer lohnt zusätzlich der Ratgeber für Allergiker. Eine große Auswahl passender Modelle gibt es in der Kategorie Matratzenschoner.
Häufig gestellte Fragen
Wie reinigt man eine Matratze richtig?
Bezug abziehen und waschen, dann die Matratze gründlich absaugen. Flecken werden einzeln mit Natron behandelt, danach trocknet alles gut. Den Kern dabei nie durchnässen.
Wie entfernt man Urin aus der Matratze?
Frischen Urin aufsaugen, mit kaltem Wasser betupfen, Natron aufstreuen und einwirken lassen, dann absaugen. Bei altem Urin und Geruch wirkt ein Enzymreiniger am besten.
Wie oft sollte man einen Matratzenschoner waschen?
Am besten alle paar Wochen zusammen mit der Bettwäsche, bei Allergien oder starkem Schwitzen öfter. Die meisten Schoner vertragen 60 °C in der Maschine.
Kann man einen Topper waschen?
Der Bezug ist meist abnehmbar und darf laut Etikett bei 30 bis 60 °C in die Maschine. Der Kern selbst wird nur abgesaugt, behandelt und gut getrocknet.
Ist Schimmel auf der Matratze gefährlich?
Schimmelsporen können Atemwege und Allergien belasten. Kleine Stellen lassen sich mit Alkohol abtupfen; sitzt der Schimmel tief, sollte die Matratze ersetzt werden.
Fachbegriffe im Überblick
- Natron
- Mildes Hausmittel (Natriumbikarbonat), das Feuchtigkeit und Gerüche bindet. Anwendung durch Aufstreuen, Einwirken und Absaugen.
- Enzymreiniger
- Reiniger mit Enzymen, die eiweißhaltige Flecken wie Urin und Blut abbauen, statt sie nur zu überdecken.
- Dampfreiniger
- Gerät, das mit heißem Dampf arbeitet; nur kurz und nicht bei Schaum-, Visco- oder Latexmatratzen einsetzen.
- Hausstaubmilben
- Winzige Spinnentiere, die sich von Hautschuppen ernähren; ihre Rückstände können Allergien auslösen. Bei 60 °C abgetötet.
- Stockflecken
- Bräunliche Feuchtigkeitsflecken, die bei Nässe und schlechter Belüftung entstehen, oft Vorstufe zu Schimmel.
- Viscoschaum
- Druckentlastender Memory-Schaum, der empfindlich auf Hitze und Nässe reagiert und nur trocken gereinigt wird.
Fazit: sauber bleibt, wer vorbeugt
Vor dem Griff zum Natron lohnt die Frage, wie alt die Matratze ist. Ist sie über acht Jahre alt und der Fleck groß, lohnt der Aufwand nicht mehr. Dann ist der Tausch die bessere Rechnung. Ist sie jünger, entscheidet der Fleck über die Methode. Ein frischer Fleck wird sofort und kalt behandelt. Ein alter, gelber Fleck braucht zwei bis drei Durchgänge, ein makelloses Ergebnis ist dann selten. Wer nach der Aktion keinen Schoner aufzieht, reinigt in einem Jahr wieder. Wer ihn aufzieht, hat das Thema für die Lebensdauer der Matratze erledigt. Die passenden Schoner gibt es in der Matratzenschoner-Auswahl.